Der lange Kampf um das Wahlrecht der Frauen – besitzt es heute noch diesen Wert?

Veröffentlicht am 22.03.2011 in Soziales & Familie

v. l.: Dr. Verena Brunschweiger, Maria Haucke, Dr. Michaela Karl, Ute Kubatschka, Ruth Müller

Der Internationale Frauentag, von den Sozialistinnen auf ihrem Kongress in Kopenhagen 2010 ins Leben gerufen, feiert seinen 100. Geburtstag. Stadträtin Ute Kubatschka wies bei ihrer Begrüßung der Gäste im Hotel Kaiserhof darauf hin, dass sich damals wohl niemand der Frauen hat vorstellen können, welch breite Wirkung in die Gesellschaft hinein heute der Internationale Frauentag hat und wie viele Organisationen sich daran beteiligen. Zum 100. Geburtstag hatten die Sozialdemokratinnen die Schriftstellerin Dr. Michaela Karl geladen, die aus ihrem Buch „Die Suffragetten – der lauteste Teil der Frauenbewegung“ las.

Im Jahr 1903 gründete Emmeline Pankhurst in Großbritannien die Women's Social and Political Union, eine radikal-bürgerliche Frauenbewegung, die zunächst mit Aufrufen, Flugblättern und öffentlichen Reden für die Gleichberechtigung der Geschlechter, das Wahlrecht, gleicher Lohn, kurz mehr Frauenrechte eintraten. Um dies zu erreichen stürmten die stets in langen weißen Kleidern gekleideten Frauen konservative Wahlveranstaltungen. Als alle diese Maßnahmen erfolglos blieben griffen sie zu radikaleren Mitteln. Als 1910 eine Gesetzesinitiative zur Ausweitung der Rechte der Frauen scheiterte, beschlossen sie, die Männer dort zu treffen wo es ihnen weh tat: an ihrem Eigentum. Sie bewaffneten sich mit Steinen und warfen die Schaufenster von Kaufhäusern ein, zündeten Häuser an. Sie wurden verhaftet, landeten im Gefängnis, traten in Hungerstreik, wurden zwangsernährt – aber gaben nicht auf. Bei Befragungen vor Gericht antworteten sie nicht auf die Fragen sondern hielten flammende Reden für das Frauenwahlrecht. Erst nach dem 1. Weltkrieg zeigten die jahrelangen hartnäckigen Bemühungen der Frauen Wirkung und Schritt für Schritt wurden den Frauen mehr Rechte zuerkannt. Am 6. Februar 1918 erhielten Frauen über dreißig, die selbst Steuern zahlten und über ein Mindesteinkommen verfügten das Wahlrecht.
Es dauerte noch bis 1928 bis alle Frauen das Wahlrecht erhielten.

Der äußerst lebhafte Vortrag von Dr. Michaela Karl begeisterte die Zuhörer und Zuhörerinnen. Kreisrätin Ruth Müller dankte der Referentin ganz herzlich für diesen gelungenen Abend und so manche Frau fragte sich ob sie sich in der heutigen Zeit nur wegen der Forderung nach dem Frauenwahlrecht Gefängnis, Hungerstreik, Zwangsernährung antun würde. Die Wahlbeteiligung bei den Wahlen lässt da schon große Zweifel aufkommen. Aber so ist es halt: was man hat das schätzt man nicht, nur was man nicht hat ist offensichtlich erstrebenswert.

 

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